Begleiteter Umgang

 

Begleiteter Umgang bietet Eltern, denen es wegen Spannungen und Konflikten nicht gelingt, den Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil zu regeln, Unterstützungsmöglichkeiten an. Ziel ist es, den Eltern-Kind-Kontakt nach Trennung und Scheidung aufrecht zu erhalten oder aufzubauen.

 

Über 650 Begleitete Umgänge fanden seit dem Start des Projekts 1999 in den Räumlichkeiten des Deutschen Kinderschutzbundes Memmingen-Unterallgäu e.V. statt.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich viele, manchmal schwere Familienschicksale. Immer galt die Priorität dem Bemühen, wenn möglich und verantwortlich, den Kindern den Kontakt zu dem Elternteil zu ermöglichen, bei dem sie nicht leben. Selbst wenn der Kontakt in einer schwierigen Phase zum Beispiel in der akuten Trennungsphase nicht einfach zu realisieren ist, profitieren Kinder langfristig davon, einen realistischen Kontakt zum getrennt lebenden Elternteil zu haben. Ansonsten besteht die Gefahr der Idealisierung oder der totalen Abwertung. Beides ist für die gesunde Entwicklung eines Kindes oder Jugendlichen schädlich.

Natürlich gibt es Konstellationen, in denen nicht klar ist, ob ein Kontakt zu verantworten ist, zum Beispiel bei unklarer Diagnostik in Richtung Gewaltbereitschaft, sexuellem Missbrauch, psychischen Krankheiten oder Sucht. Begleiteter Umgang kann in solchen Fällen die Einschätzung des Gefahrenpotentials erleichtern. Wird die Entscheidung gemeinsam von mehreren begleitenden Fachkräften getroffen, dass ein Umgang nicht möglich ist, ist dies für den anderen Elternteil, bei dem das Kind lebt, oftmals eine große Hilfe, nicht allein die Entscheidung der Umgangsunterbrechung zu tragen, sondern fachlich begleitet zu werden.

An den Bedürfnissen der Kinder orientiert wird der Begleitete Umgang so bald als möglich normalisiert. Manchmal ist es hierbei hilfreich Übergangslösungen einzubauen, wie zum Beispiel eine Phase begleiteter Übergaben oder eine kurze Phase der Umgangsbegleitung zuhause beim Vater.

Das Konfliktmanagement im Hintergrund ist manchmal schwierig, wenn das Spannungspotential zwischen den Eltern sehr hoch ist. Umso wohltuender sind die Situationen, wenn sich Kinder beim Begleiteten Umgang entspannen und freuen können oder sich die ganze Situation nach einer Phase der Begleitung insgesamt löst und lockert und alle Familienmitglieder mit der neuen Situation gut zurecht kommen.

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